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  • Leben & Arbeiten in Leipzig

    Für viele Städtetrip-Liebhaber hat Leipzig sich in jüngster Vergangenheit als angesagtes Reiseziel entpuppt. Kein Wunder, finden sich hier jede Menge Kultur und Architektur gepaart mit einem aufregenden Unterhaltungsprogramm und entspannenden Ruheoasen. Aber nicht nur Touristen strömen immer häufiger in die ostdeutsche Stadt. In den vergangenen Jahren hat auch die Einwohnerzahl deutlich zugenommen. Aus Leipzig wurde Deutschlands Großstadt mit dem schnellsten Bevölkerungs-Wachstum. Im gesamten Ballungsraum Leipzig-Halle leben inzwischen mehr als 1.000.000 Menschen. Als zehntgrößte deutsche und größte sächsische Stadt etabliert, bildet Leipzig das mitteldeutsche Zentrum für Wirtschaft, Handel, Verkehr und Bildung. Darüber hinaus bietet die Stadt eine vielfältige „Kreativszene“.

    Leipziger Redensarten und was sie bedeuten

    Regelmäßig taucht der sächsische Dialekt in Umfragen auf den unteren Rängen auf. Nicht selten wird er sogar zum unbeliebtesten Dialekt Deutschlands gewählt. Sprachforscher haben herausgefunden, dass dieser zu Zeiten von Luther bis Goethe noch sehr hoch angesehen war. Die negative Einstellung gegenüber dem Sächsischen entstand Ende des 18. Jahrhunderts, als das Deutsche Reich an Macht verlor und Norddeutsch zum neuen Hochdeutsch ernannt wurde.

    Ob nun beliebter oder unbeliebter Dialekt – wie in jeder Sprachkultur finden sich auch in Sachsen ganz eigene Vokabeln und Redewendungen, die bis heute auch in Leibz’sch von Bedeutung sind.

    1. „ditschen“

    Tatsächlich handelt es sich hierbei um das beliebteste Wort der Sachsen. Dieser Begriff bedeutet nichts anderes als „eintunken“. Ein Leipziger ditscht also seinen Keks in den Kakao.

    2. „babsch und labsch“

    Hat ein Leipziger seinen Keks ordentlich im Kakao ziehen lassen, freut er sich, denn dann ist das Gebäck „babsch und labsch“ – also schön weich und labberig, ganz so wie der Leipziger es mag. Einzeln gibt es die Worte übrigens nicht. „Babsch und labsch“ gehören als Begrifflichkeit beziehungsweise Redensart untrennbar zusammen.

    3. „Nu halt doch mal dei‘ Gusche!“

    Spricht ein Sachse diesen Satz aus, so darf man davon ausgehen, dass er von seinem Gegenüber mehr als genervt ist. Gleichbedeutend mit dem hochdeutschen „Halt endlich deinen Mund!“ zeugt der Satz von einem längst geplatzten Geduldsfaden. Die sprechende Person sollte ab diesem Moment lieber still sein.

    Klischees zu den Einwohnern Leipzigs

    Dem Leipziger oder Sachsen gegenüber gibt es kaum bekannte Vorurteile, dem Ostdeutschen an sich aber schon. Die meisten Vorurteile beziehen sich dabei auf die Beziehung der Ostdeutschen zu den Westdeutschen, die seit Öffnung der Mauer zum Teil noch tief in den Köpfen vieler verankert sind. Befragungen haben gezeigt, dass Westdeutsche häufig noch immer in Stereotypen denken, wenn es um „Ossis“ geht.

    So sind fast 50% davon überzeugt, dass die meisten ostdeutschen Mädchen und Frauen eingedeutschte Namen mit amerikanischem oder französischem Ursprung hätten. Mandy, Cindy, Sandy, Chantal oder Jaqueline seien somit in der Annahme der „Wessis“ die häufigsten Vornamen im Osten.

    Ein weiteres weit verbreitetes Klischee ist, dass die Ostdeutschen nur gering sprachbegabt seien. Mehr als jeder dritte Wessi denkt, dass sein Nachbar des Hochdeutschen nicht mächtig sei. Und fast jeder Vierte nimmt zudem an, dass Ossis kein Englisch könnten.

    Die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote in Ostdeutschland führt direkt zum nächsten Klischee: Ossis seien faul und arbeitsscheu. Tatsächlich haben Studien nach der Wende aber genau das Gegenteil belegt, nämlich dass die Ostdeutschen sehr fleißig und überaus gewissenhaft arbeiten. Stattdessen war es die Privatisierung der dortigen Wirtschaft, die für den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze sorgte. Nach der verordneten Vollbeschäftigung zu Zeiten der DDR kamen nur wenige Ostdeutsche mit der Umstellung zurecht.

    Top5 der größten Unternehmen der Stadt

    Entgegen der Annahme, in Leipzig würde es kaum Arbeitsplätze geben, bieten verschiedene Dienstleistungs-, Handels- und Medienunternehmen sowie weitere öffentliche und produzierende Unternehmen Beschäftigungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Vor allem der Mittelstand zeigt sich in dieser Region von seiner starken Seite. Die Entwicklung kleinerer Unternehmen und Start-Ups hat sich für viele Selbstständige als Erfolgsgeschichte erwiesen und bietet – wenn auch anfangs in kleinem Umfang – einen Rahmen für anspruchsvolle Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf.

    Leipziger Unternehmen aus den Bereichen Automobil- und Maschinenbau, Metallverarbeitung, Logistik und Transportwesen sowie Landwirtschaft sind grundsätzlich immer auf der Suche nach kompetenten Arbeitnehmern. Außerdem gehören die Branchen Handel, Gastronomie und Tourismus, Dienstleistung, Handwerk und Industrie, IT und Kommunikation sowie Wissenschaft, Forschung und Technik zu den stärksten Leistungsträgern der Region.

    Die Top Arbeitgeber Leipzigs mit dem größten Umsatz beziehungsweise den meisten Angestellten sind:

    • 1. Verbundnetz Gas AG (VNG) (Energiewirtschaft)
    • 2. Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) (kommunale Dienstleistungen, u.a. Leipziger Verkehrsbetrieb)
    • 3. Comparex AG (IT-Wirtschaft)
    • 4. Clean Energy Sourcing AG (Energiewirtschaft)
    • 5. Universitätsklinikum Leipzig (Medizin und Forschung)

    Leipzigs Immobilienmarkt

    Das starke Bevölkerungs-Wachstum der Stadt Leipzig spiegelt sich auch auf dem Immobilienmarkt wieder. So bietet Leibz’sch offenkundiges Flair einer mittelgroßen Weltstadt, die sich in insgesamt zehn Stadtbezirke mit 63 Ortsteilen aufteilt. Im wahrsten Sinne des Wortes „richtungsweisend“ fallen die Namen der verschiedenen Stadtbezirke aus: Mitte, Nordost, Ost, Südost, Süd, Südwest, West, Alt-West, Nordwest und Nord.

    Mit etwas mehr als 70.000 Einwohnern ist Ost der bevölkerungsreichste Bezirk. Südwest zeichnet sich mit fast 47 Einwohnern pro Quadratmeter durch die höchste Bevölkerungsdichte aus. Und mit fast 3.900 km² ist Mitte der in Bezug auf die Fläche größte Teil Leipzigs.

    Wer es lebhaft mag und auf ein reges Treiben nicht verzichten will, der ist im Zentrum rund um den Innenstadtring bestens aufgehoben. Überzeugendstes Kriterium dürfte die unmittelbare Nähe zu Hauptbahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz sein. Von hier aus ergibt sich eine hervorragende Anbindung zu allen anderen Orten der Stadt. Wohnungen sind hier vergleichsweise teuer und stehen gleichbedeutend mit Luxus.

    Günstiges Wohnen ist dagegen im Westen möglich, genauer gesagt im angesagten Szene-Viertel Lindenau. Mit der Straßenbahn keine halbe Stunde von der Innenstadt entfernt, gibt es auch hier Ecken, in denen das Leben tobt, wie beispielsweise in der Karl-Heine-Straße. Die Anwohner lieben aber vielmehr die angrenzenden Grünflächen und Parkanlagen, die verschiedene Freizeitaktivitäten ermöglichen.

    Den Charme historischer, renovierter Altbauten erlebt man im nördlich gelegenen Gohlis. Mehr als ein Zehntel dieses Stadtviertels besteht aus Grünflächen. Daraus ergibt sich ein wahres Naherholungsgebiet, das vor allem Familien anspricht.

    Das kann der öffentliche Nahverkehr

    Der öffentliche Verkehr nimmt in Leipzigs Verkehrsaufteilung mit gut 20% den dritten Rang hinter der Benutzung eines eigenen PKW und zu Fuß laufen ein. Dabei ist das Netz mit Straßen- und Stadtbahn sowie zahlreichen Bussen durchaus gut ausgebaut. Von jedem Bezirk kommt man in kurzer Zeit nahezu überall hin.

    Individuelle Tarife der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ermöglichen es jedem Fahrgast, das günstigste Ticket für das eigene Fahrverhalten zu finden. Neben verschiedenen Abo-Modellen für Vielfahrer finden sich natürlich auch zahlreiche Varianten für Gelegenheitsfahrer und Besucher der Stadt. Des Weiteren setzen die LVB auf Vergünstigungen für Senioren, Schüler, Azubis und Studenten sowie auf einen speziellen Service für Menschen mit Behinderung.

    Typisches Leipziger Essen

    Da die Leipziger auf ihre Speisen besonders stolz sind, gaben sie den einzelnen Gerichten Namen, die auf den ersten Blick ihren Ursprung verdeutlichen. Zu allererst sei das auch überregional bekannte Leipziger Allerlei genannt. Dahinter verbirgt sich ein Gemüsegericht, das als Hauptspeise, aber auch als Beilage serviert wird. Klassische Zutaten sind neben diversen jungen Gemüsearten unter anderem auch Morcheln und Semmelklößchen.

    Eine beliebte Nachspeise ist die Leipziger Lerche, ein wie der Singvogel geformtes Mürbeteiggebäck mit Mandeln und Nüssen, das wahlweise mit Erdbeermarmelade oder Marzipan verfeinert wird. Das Gebäck entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als die Lerchenjagd verboten wurde und die so beliebten gebackenen Lerchen von den Tellern verschwanden.
    Schon Goethe schwärmte von einer weiteren süßen Verführung, den Leipziger Räbchen. Die mit Marzipan gefüllten Pflaumen werden in einem Pfannkuchen-Teig zu kleinen Krapfen ausgebacken und anschließend in Zucker und Zimt gewälzt.

    Nach dem Genuss der einen oder anderen Leipziger Köstlichkeit wird zur Verdauung eisgekühlter Leipziger Allasch gereicht. Hierbei handelt es sich um einen aromatischen Kümmellikör mit hohem Alkoholgehalt und reichlich Zuckerzusatz. Gerne wird dieser zusammen mit der Leipziger Gose, einer obergärigen Weißbier-Spezialität, getrunken.

    Das bietet das Nachtleben

    Da Leipzig mit seinen alteingesessenen Universitäten eine beliebte Studentenstadt ist, hat auch das Nachtleben viel zu bieten. Im Laufe der Jahre sind sogenannte Szenemeilen entstanden, die den Weg für ausgiebige Kneipentouren ebnen und dabei für jeden das passende Unterhaltungsprogramm bieten. Zu den viel besuchten Szenemeilen gehören beispielsweise das Schauspielviertel an der Gottschedstraße, die Münzgasse sowie die Südmeile entlang der Karl-Liebknecht-Straße. Kulturell und kulinarisch gibt es hier drinnen und draußen allerhand zu entdecken.

    Ein wahrer Kultclub ist die Moritzbastei neben der Universität. Seit den 1970er Jahren finden hier auf drei Etagen Konzerte, Kunst-Ausstellungen und Theateraufführungen statt. Allerdings führen die drei Etagen nicht nach oben, sondern vielmehr unter die Erde.

    Leipzig sprüht fast an jeder Ecke vor Kreativität. Das zeigt sich vor allem in der Vielfalt an Kabarett und Kleinkunst, die die Stadt zu bieten hat. Beliebte Anlaufstellen sind beispielsweise das Krystallpalast Varieté in der Innenstadt, die Leipziger Pfeffermühle oder der academixer.

    Top 5 Kultur & Sightseeing

    In den letzten Jahren hat sich Leipzig als Top-Reiseziel für Städtereisende entwickelt. Rund 1.450.000 Touristen kommen jährlich hierher. Vor allem Besucher aus Deutschland fühlen sich von Sachsens größter Stadt angezogen. Mit historischer Architektur und vielen hohen Türmen hat sie aber auch allerhand zu bieten. Welche Sehenswürdigkeiten Touristen in Leipzig nicht verpassen sollten, zeigt die folgende Top 5:

    1. Augustusplatz

    Zum einen Teil des Stadtzentrums mit Blick auf interessante Bauwerke des vergangenen Jahrhunderts, zum anderen wichtiger Veranstaltungs- und Versammlungsort: der Augustusplatz. Auf 40.000 Quadratmetern bietet sich hier ausreichend Platz zum Flanieren. Dabei geht es vorbei am 1960 eröffneten Opernhaus, am dritten Gewandhaus, am Paulinum, am aufwendig restaurierten Mendebrunnen, an der Demokratieglocke sowie am 142,5 Meter hohen City Hochhaus mit Aussichtsplattform.

    2. Markt und Altes Rathaus

    Fast 500 Jahre ist das Alte Rathaus alt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts fungiert es als Museum der Geschichte Leipzigs. Während im Festsaal des Rathauses heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden, diente er früher unter anderem zur Ausstattung fürstlicher Feierlichkeiten. Dank des City-Tunnels ist der davor liegende Markt gut erreichbar.

    3. Schillerhaus

    Für den Schriftsteller Friedrich Schiller zählte die Stadt Leipzig zu einer wichtigen Station in seinem Leben. Während seiner Residenz in Leipzig bewohnte er ein Haus in der Menckestraße. Dieses wurde nach ihm benannt, schließlich arbeitete er hier an einigen seiner wichtigsten Werke. Unter anderem stellte er im Schillerhaus die Ode „An die Freude“ fertig. Geschichtsträchtige Exponate erzählen heute von seinem Aufenthalt und lassen sich im Rahmen einer ständigen Ausstellung im Schillerhaus begutachten.

    4. Thomaskirche

    Zentral in der Innenstadt gelegen bietet die Thomaskirche mit ihrem 68 Meter hohen Kirchturm und dem 50 Meter langen Schiff sowohl von innen als auch von außen einen imposanten Anblick. Zum 250. Todestag des Komponisten Johann Sebastian Bach erhielt die Kirche nach jahrzehntelanger Restauration eine Bach-Orgel, für die sie heute besonders bekannt ist.

    5. Völkerschlachtdenkmal

    Im Oktober 1813 fand in Leipzig die Völkerschlacht statt, bei der Napoleon besiegt wurde. Dabei fanden 100.000 Soldaten verschiedener Völker den Tod. Leipzig erlebte anschließend eine Typhus-Epidemie, bei der ein Zehntel der Bevölkerung starb. Zu Ehren der vielen Toten entstand nach Idee des Dichters Ernst Moritz Arndt das 91 Meter hohe Völkerschlachtdenkmal, das nach 15 Jahren Bauzeit 1913 eingeweiht wurde.

    Raus aus Leipzig

    Auch wenn die Stadt Leipzig viele Grünanlagen und Ruheoasen zu bieten hat – die Umgebung außerhalb der Stadtgrenze ist immer einen Ausflug wert. Wer es abenteuerlich mag, für den dürfte ein Trip in den Freizeitpark Belantis das richtige Erlebnis sein. Hier erwarten einen Achterbahnfahrten, bei denen einem schon vom Zuschauen schwindelig wird. Etwas gemächlicher geht es dagegen in der Schmalspurbahn „Wilder Robert“ zu.

    Die Gegenden rund um Markkleeberg, Grimma und Machern bieten herrliche Natur inmitten hübsch angelegter Parkanlagen. In der Region Leipzig finden sich außerdem zahlreiche Tiergärten, die das Angebot des großen Leipziger Zoos komplettieren.

    Wanderwege durch die gesamte Region machen es möglich, Leipzigs Umland zu Fuß zu entdecken. Beliebte Routen sind zum Beispiel der Wanderweg „Rund-um-Leipzig“, der einen unweit der Stadt an vielen sehenswerten Plätzen vorbeiführt. Besonderheit ist, dass der öffentliche Nahverkehr überall schnell erreichbar ist, sodass auch kleinere Wander-Etappen möglich sind.

    Eine weitere nennenswerte Wanderroute ist die, die an der Burg Kriebstein vorbeiführt. Sieben Kilometer Wanderweg gilt es zu bezwingen. Vom Hafen geht es durch Wälder an der Talsperre vorbei bis nach Erlebach, von wo aus die Fähre wieder zurück zum Hafen geht. Mittendrin liegt die Ritterburg Kriebstein, die jede Menge mittelalterliches Flair versprüht.

    Fazit

    Obwohl sich Leipzig vor allem als Studentenstadt einen Namen gemacht hat, überzeugt es auch immer häufiger Arbeitnehmer. Der zunehmende Tourismus, eine Vielzahl Mittelstandunternehmen sowie namhafte Groß-Unternehmen ermöglichen vielseitige Beschäftigungsfelder. Auch kulturell ist Leipzig breit aufgestellt und begeistert mit einem regen Treiben. Sowohl Familien als auch Paare und Singles können sich dem historischen Charme, der einen an vielen Orten der Stadt erwartet, kaum entziehen.

  • Januar, 2018

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