Berufsbild: Performance-Marketing-Manager/in

Die Benennung dieses Online-Marketing-Bereichs leitet sich von dem englischen Begriff „performance“ ab. Übersetzt ins Deutsche entspricht die Bedeutung dem Wort „Leistung“. Nach dieser Übersetzung zu urteilen, spricht man beim Performance-Marketing also von einem leistungsorientierten Marketing, bei dem es um die Nutzung spezieller Instrumente des Online-Marketings geht, die den User zu messbaren Interaktionen und Transaktionen verleiten.

Berufsbild: Performance-Marketing-Manager/in

Auch wenn Performance-Marketing ausschließlich im Web stattfindet, wird häufig der Vergleich zum Direkt-Marketing gezogen. Als Gemeinsamkeit versteht sich die direkte Ansprache möglicher Kunden durch eine Werbemaßnahme. Diese Maßnahme erfolgt in der Regel „below-the-line“, übersetzt „unter der Linie“. Das bedeutet, dass sie speziell für eine gewisse Zielgruppe ausgespielt wird und nicht – wie bei klassischen Marketing-Maßnahmen – von Jedermann wahrgenommen und erkannt wird.

Das angestrebte Ziel ist es, mit den potentiellen neuen Kunden und Usern in Kontakt zu treten und / oder bereits bestehende an sich zu binden. Dabei gilt Performance-Marketing als die direkteste, persönlichste und auch zielgruppenspezifischste Form des Online-Marketings. Die Interaktionsrate ist aufgrund unkonventioneller und im besten Fall ganz individuell angepasster Kommunikationswege meist höher als bei anderen Werbe-Maßnahmen. Gut gemachtes Performance-Marketing kann das Vertrauen in eine Marke nachhaltig stärken und aufbauen.

Dank der Nutzung leistungsbezogener Online-Marketing-Modelle und der Auswertung über Web Analytics gelingt ein genaues Tracking jeglicher Bemühungen im Performance-Marketing. Die Abrechnung wird nicht über die Reichweite bestimmt, wie es beim TKP (Tausender-Kontakt-Preis) beispielsweise der Fall ist. Vielmehr werden direkte Ziele, also Conversions, bestimmt, die anschließend via PpC (Pay per Click), PpL (Pay per Lead) oder PpS (Pay per Sale) abgerechnet werden.

Das Berufsbild des Performance-Marketing-Managers

Was macht ein Performance-Marketing-Manager?

Die Hauptaufgabe eines Performance-Marketing-Managers ist es, vorhandene Budgets optimiert und effizient für Online-Marketing-Maßnahmen einzusetzen. Dabei ist es wichtig, Streuverluste zu vermeiden. Dies gelingt über eine gezielte Ansprache von Kundengruppen, die anschließende Analyse der Reaktionen und Optimierungsmaßnahmen.

Einen Überblick der wichtigsten Aufgaben eines Performance-Marketing-Managers haben wir hier zusammengestellt:

  • Er identifiziert geeignete Online-Marketing-Aktivitäten, konzipiert interdisziplinäre Online-Kampagnen und führt diese eigenständig mithilfe bestimmter Planungs- und Optimierungs-Tools aus
  • Er definiert Kundengruppen, pflegt die von ihm erarbeiteten Kunden-Dashboards und dient als Ansprechpartner
  • Er entwickelt kreative Wachstumsstrategien, plant, testet und baut neue Performance-Kanäle aus
  • Er übernimmt Budget-Verantwortung und behält Marketingziele im Blick
  • Er steuert die Optimierung des ROI und überwacht sämtliche KPIs
  • Er ist verantwortlich für Erstellung, Durchführung und Monitoring von Display- und Affiliate-Marketing-Kampagnen sowie SEM zur Neukundengewinnung, Kundenaktivierung und Kundenbindung
  • Er dient als Schnittstelle zwischen Vertrieb und Marketing und arbeitet eng mit den Bereichen Brand Management, PR und Geschäftsführung zusammen
  • Er koordiniert die Zusammenarbeit mit Grafik- und Design-Abteilung bzw. externen Agenturen bei der Erstellung geeigneter Werbemittel etc.
  • Er akquiriert Geschäftspartner für Kooperationen und ist verantwortlich für deren Umsetzung
  • Er erstellt mithilfe von Analysetools Reportings verschiedener Online-Marketing-Kampagnen, präsentiert diese und zeigt dabei Maßnahmen zur Optimierung
  • Er erarbeitet Analysen zur Weiterentwicklung und Optimierung der Customer Journey
  • Er unternimmt A/B-Testing
  • Er entwickelt Strategien für ein internationalisiertes Online-Marketing

Welche persönlichen und fachlichen Kompetenzen muss er/sie mitbringen?

In der Regel gehören mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im Bereich Online-Marketing, speziell im Performance-Marketing, zu den Grundvoraussetzungen für die Einstellung. Agentur-Erfahrene werden nicht selten bevorzugt.

Kenntnisse der wesentlichen Performance-Kanäle (z.B. Tracking, Retargeting, Bid-Management, A/B Testing) sowie verschiedener Video- / Display- und Social-Media-Plattformen sollten unbedingt vorhanden sein. Dazu gehören auch analytische Fähigkeiten und ein sicherer Umgang mit relevanten Webanalytics-Tools (u.a. Google AdWords, Google Analytics, Google Search Console, Sistrix). Sehr gute MS-Office-Kenntnisse, eine hohe Affinität für das Internet und E-Commerce sowie mindestens gute Englisch-Kenntnisse in Wort und Schrift werden in der Regel vorausgesetzt.

Eine ausgeprägte Sozialkompetenz ist natürlich von Vorteil. Wer teamfähig ist, über starke kommunikative Fähigkeiten verfügt und sich durchsetzen kann, der hat die Chance, als Performance-Marketing-Manager weit zu kommen. Neben den nötigen Fachkompetenzen sind außerdem die folgenden Aspekte von Vorteil:

  • Kreativität
  • Hands-On-Mentalität
  • Begeisterungsfähigkeit und Engagement
  • strukturiertes, selbstständiges Arbeiten und Eigeninitiative
  • sicheres Auftreten und Verantwortungsbereitschaft
  • proaktives, lösungsorientiertes und unternehmerisches Denken
  • Trend-Bewusstsein für die Themen „Performance Marketing“ und „Online-Advertising“
  • gutes Gespür für Kundenwünsche, Nutzerverhalten
  • ausgeprägte Ergebnisorientierung / starke ROI-Orientierung
  • performanceorientierte Arbeitsweise

Gibt es akademische Voraussetzungen und wenn ja welche?

Viele Firmen, die auf der Suche nach einem Performance-Marketing-Manager sind, wünschen sich von den Bewerbern ein abgeschlossenes Studium in den Bereichen BWL, Medienwirtschaft, Wirtschaftswissenschaft oder Wirtschaftsinformatik. Aber auch Quereinsteiger mit vergleichbaren Qualifikationen haben Chancen.

Der Einstieg ins Performance-Marketing gelingt meist über eine Aus- beziehungsweise Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager mit dem Schwerpunkt auf Analysen und Optimierung. Dies erfolgt meist über ein Praktikum, ein Volontariat oder eine entsprechende Anstellung als Trainee. Die grundlegenden analytischen Techniken und Fertigkeiten werden währenddessen mithilfe von Seminaren, Webinaren und Lehrgängen vermittelt.

Zertifizierte Lehr-Angebote bieten private Institute und Fortbildungszentren, die sich auf „Web Business Management“ und die aktuellen Berufe im World Wide Web spezialisiert haben. Die dortigen Kurs-Angebote laufen meist über mehrere Wochen und bieten einen theoretischen Einblick in die gesamte Materie des Online-Marketings. Vereinzelte Kurse bieten die Möglichkeit der Spezialisierung.

Wann wird der Job für Bewerber interessant?

Wer grundsätzlich gerne mit Zahlen hantiert, über ein gutes analytisches Denkvermögen verfügt und gerne mit dem Medium Internet arbeitet, für den ist die Arbeit als Performance-Marketing-Manager ideal geeignet. Denn Messbarkeit ist das grundlegende Merkmal, das diesen Bereich des Online-Marketings definiert. Da die Aufgaben stets ergebnisorientiert erfüllt werden, lassen sich Erfolge oder Misserfolge mithilfe von Zahlen eindeutig ablesen und demnach effizient optimieren. Dies ist ein wichtiger Faktor für alle, die am Ende des Tages sehen wollen, was beziehungsweise wen sie mit ihrer Arbeit erreicht haben.

Da das Online-Marketing ein täglich wandelndes Berufsfeld mit sich bringt, gibt es auch in Puncto Performance-Marketing immer wieder Neues zu erlernen. Das Auseinandersetzen mit neuen Trends und Tools gehört zum Arbeitsalltag dazu. Sich über Instrumente wie SEO und SEM, E-Mail- und Affiliate-Marketing sowie Display-Advertising eigenständig auf dem Laufenden zu halten, ist eine Herausforderung. Weitere Herausforderungen finden sich in der täglichen internen und externen Kommunikation sowie in der direkten Kundenansprache, die für bestmöglich skalierbare Ergebnisse zielgerichtet verlaufen muss.

Für welche Unternehmen ist Performance-Marketing interessant?

Die meisten Performance-Marketing-Manager finden sich in Web-Agenturen, deren Schwerpunkte auf den Bereichen SEO, SEA und Affiliate-Marketing liegen. Da solche Agenturen meist von (großen) Unternehmen beschäftigt werden, die in regelmäßigen Abständen Reportings zu den wichtigsten Kennzahlen verlangen, sind analytische Mitarbeiter überaus wichtig.

Vor allem im E-Commerce ist Performance-Marketing von enormer Bedeutung. Unternehmen, die ein Produkt verkaufen und hierbei auch auf digitale Vertriebskanäle setzen, kommen an dieser speziellen Form des Online-Marketings kaum noch vorbei. Ob es sich dabei um einen reinen Online-Shop handelt oder eine Marke, die sowohl stationär als auch online gehandelt wird, ist dabei zweitrangig. Die zielgruppengenaue Ansprache potentieller Kunden, die exakte Auswertung der Reaktionen in Form von CTR und Conversions sowie die daraus abgeleiteten Handlungsmaßnahmen zur Optimierung sind bei jedem einzelnen Online-Auftritt unerlässlich, um Produkt und Marke erfolgreich werden zu lassen. Im Umkehrschluss ist Performance-Marketing ebenfalls unerlässlich, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Immer häufiger setzen Firmen auf ein eigenes Inhouse-Online-Marketing, um autark von Dienstleistern und Agenturen agieren zu können. Dabei spielt auch der Performance-Marketing-Manager eine immer zentralere Rolle. Schließlich lässt sich kaum ein Marketing-Kanal so gut analysieren, wie SEO und SEA. Und nichts ist für einen Geschäftsführer oder CEO attraktiver als Kennzahlen, anhand derer Optimierungsmaßnahmen von Kampagnen effektiv gesteuert werden können.

Was kann ein Performance-Marketing-Manager verdienen?

Das durchschnittliche Gehalt eines Performance-Marketing-Managers, der bereits über ein paar Jahre Berufserfahrung verfügt, liegt zwischen 45.000 und 50.000 Euro brutto pro Jahr. Namhafte Unternehmen lassen sich solche Analysen auch schon einmal mehr kosten, sodass ein auf diesem Gebiet spezialisierter Online-Marketing-Manager durchaus auch bis zu 60.000 Euro verdienen kann.