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Temu und Co.: Günstige Marktplätze überzeugen nicht alle

Temu und Co.: Günstige Marktplätze überzeugen nicht alle

Die anhaltende Inflation belastet die Konsumlaune in Deutschland nach wie vor. Spielt dieser Umstand Anbietern von Massenware aus Asien wie Temu, Wish, AliExpress und Shein in die Karten? Der ECC Köln hat das aktuelle Einkaufsverhalten der Bundesbürger im Trend Check Handel Vol.10 untersucht.

Fazit: Die Bekanntheit dieser Plattformen ist in den vergangenen beiden Jahren um ein Vielfaches gestiegen und die Anbieter können sich über einen stetig wachsenden Kundenzulauf freuen. Nicht zuletzt verdankt etwa Temu diesen Erfolg seiner permanenten Werbepräsenz: 35 Prozent der Menschen in Deutschland sehen mehrmals wöchentlich Online-Werbung rund um diese Plattform.

Generell kaufen immer mehr Menschen online ein, laut Erhebung tun dies 44 Prozent vor allem deshalb, weil sie so „Preise besser vergleichen“ können. Jüngere Zielgruppen (18- bis 29 Jahre) betonen, dass ihnen Qualitätshinweise wie „Bestseller“ (72 Prozent) oder Coupons (53 Prozent) sehr wichtig beim Online-Shopping sind.

Asiatische Marktplätze: Überpräsenz auf Social Media

Bekannt sind die Günstig-Marktplätze aus Asien mittlerweile fast allen Konsumenten (91 Prozent). 2023 waren es noch 78 Prozent gewesen. 43 Prozent geben an, diese Marktplätze regelmäßig zu nutzen, bei den 18- bis 29-Jährigen tun das sogar 51 Prozent. Shein und Temu haben dabei eindeutig die Nase vorn: So konnte Shein seine Bestellhäufigkeit in nur einem Jahr von 10 Prozent auf 23 Prozent mehr als verdoppeln. Bei Temu hat sich die Kaufrate im Vergleich zu 2023 fast verdreichfacht: Von 11 Prozent auf 32 Prozent).
An Bekanntheit gewinnen die Marktplätze vor allem durch Social Media, 57 Prozent der Befragten haben die Anbieter so kennengelernt. Viele Konsumenten betonten aber auch, dass sie die „Überpräsenz“ auf Social Media nervt.

Schnäppchen hui, Vertrauen pfui

Vor allem die günstigen Angebote locken die Konsumenten, auf Portalen wie Temu und Co. zu verweilen. 77 Prozent der jungen User gehen hier in erster Linie auf Schnäppchenjagd. Zudem finden 58 Prozent, dass die Angebote auf Shein oder Temu sehr exklusiv sind. Schlecht sieht es dagegen in Puncto Vertrauen und Glaubwürdigkeit aus: Ein Viertel der Verbraucher zweifelt die angegebenen Rabatte an, 51 Prozent der Nutzer fühlen sich manipuliert. Nur 24 Prozent der Befragten kaufen gänzlich ohne Bedenken auf diesen Marktplätzen ein.
Werden Shein, Temu und ähnliche Marktplätze mit asiatischer Billigware etablierte Anbieter verdrängen? Mehr als die Hälfte der Verbraucher sind sich sicher, dass dies nicht geschehen wird. Der Grund dafür sei, dass große Anbieter wie Amazon, Zalando oder Otto deutlich mehr Vertrauen genießen und überzeugender bei Themen wie Datenschutz und Lieferkette daherkommen. Dafür sind aber auch die Erwartungen von 63 Prozent der Teilnehmer höher, wenn sie bei Amazon und Co. kaufen. Sie erwarten dort eine reibungslose Abwicklung, bei Wish, Shein oder Temu eher nicht.

Trotz des starken Werbedrucks der Billig-Marktplätze möchten nach wie vor 66 Prozent der Deutschen nicht dort einkaufen. 83 Prozent finden, dass die Produkte starke Qualitätsmängel aufweisen, Sicherheitsaspekte bemängeln 57 Prozent und 47 Prozent finden die Günstig-Anbieter nicht nachhaltig genug.

Den Trend Check Handel Vol. 10 hat das ECC Köln zusammen mit Salesforce herausgegeben. Für die Befragung wurden im April 2024 etwa 500 Konsumentinnen und Konsumenten zu ihrem Einkaufsverhalten interviewt.

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