Ob echte Models bald um ihre Jobs bangen müssen? Firmen wie L’Oréal und Flaconi haben damit begonnen, Parfum-Kreationen von fiktiven Charakteren auf Instagram bewerben zu lassen. Die KI-Frau Yuna kommt sogar mit einer eigenen Legende daher.
Ki mit einer menschlichen Vita
Yuna ist 22, lebt in Berlin, ernährt sich vegetarisch und leidet an einer Pigmentstörung. Eigentlich nichts besonderes – bis auf ein kleines Detail: Yuna ist gar keine echte Frau, Yuna ist KI. Die digitale Influencerin fungiert seit kurzem für die Kosmetikkonzerne Flaconi und L’Oréal Luxe als Markenbotschafterin auf Instagram. Ein cleverer Schachzug, der den Firmen Zeit und Kosten spart? Oder eher ein Ärgernis, weil sich Menschen auf Social Media doch lieber von echten Menschen inspirieren und zum Kaufen verleiten lassen möchten? Das wird die Zeit zeigen.
Aktuell haben die beiden Beauty-Riesen jedenfalls eine Kampagne mit der virtuellen Influencerin Yuna gestartet, erschaffen wurde die KI-Schönheit von Studio71. Yuna präsentiert – gehüllt in jeweils zum Duft passende Mode – vier Parfums auf dem Instagram-Profil @iamyunaverse. Die KI-Werbeauftritte sind auf die Düfte „Sì“ von Giorgio Armani, „Libre“ von Yves Saint Laurent), „Paradoxe“ von Prada und „Alien“ (Mugler) abgestimmt.
An Yuna scheiden sich die Geister
Dorit Posdorf, CCO bei Flaconi, hat keine Bedenken, dass die KI-Influencerin nicht bei allen gut ankommen könnte: „Endlich sind wir in Deutschland auch bei dieser Form der Präsentation angelangt.“ Die Digital-Kampagne mit Yuna sei innovativ, schaffe eine neue Plattform im Metaverse und eröffne damit spannende, neue Horizonte.
Eine Befragung unter verschiedenen Zielgruppen zum Thema zeigt, dass das Thema recht kontrovers diskutiert wird. Frauen im Alter zwischen 20 bis 50 Jahren finden die Idee, Düfte von einer „KI-Frau“ bewerben zu lassen, „lächerlich und unglaubwürdig.“ Kritisch angemerkt wird etwa die eigens kreierte Vita für Yuna: So könne eine KI weder „vegetarisch leben“ noch „an einer Pigmentstörung leiden“. Außerdem sei KI nicht in der Lage, Düfte glaubwürdig zu bewerten, da sie „nicht riechen kann.“ Zudem fehle es Yuna an Natürlichkeit und Authentizität.
Interessanterweise bewerten Männer derselben Altersgruppe Yuna deutlich anders: So sei die Idee „gewagt, aber interessant.“ Die KI-Influencerin stelle zwar „eine Illusion dar“, aber sei durchaus „inspirierend.“
Die virtuelle Influencerin wurde von Studio71, der Digital Media- und Entertainment-Company der ProSiebenSat.1 Group, kreiert. Auf ihrem Instagram-Kanal @iamyunaverse sowie auf @flaconi.de präsentiert sie neben Düften auch Mode und diverse Lifestyle-Themen sowie Beauty, Natur, Kunst und Kultur. Sie interessiert sich für Fashion, Lifestyle, Beauty, aber auch Skaten, Kunst & Kultur und Natur. Auf Intagram werden auch Yunas Fokusthemen beschrieben: Female Empowerment, Mindfulness, Sustainability und Body Positivity.
